Von Georg Wässa   27. Februar 2018

Die Rolle der Datenqualität beim Unternehmensverkauf

Eines der größten Hindernisse beim Unternehmensverkauf ist die Informationsasymmetrie zwischen Verkäufer und Käufer. Die Informationssymmetrie resultiert aus dem unterschiedlichen Kenntnisstand relevanter Unternehmensdaten bei einer sich anbahnenden Transaktion. Auf der einen Seite steht ein langjähriger Firmeninhaber, der alle Abläufe und Kalkulationen in- und auswendig kennt, auf der anderen Seite versucht ein gänzlich betriebsfremder Käufer die Materie zu ordnen und steht nicht selten vor vielen Fragen. Diese Unsicherheiten beim Käufer führen zwar nicht automatisch zum Abbruch des Erwerbsvorhabens, doch sorgen sie in der Regel zu einem Abschlag beim Kaufpreis, da die Unsicherheiten als Risiko gewertet werden, welches wiederum bei der Preisfindung berücksichtigt wird.

Aus unserer langjährigen Projekterfahrung wissen wir um die große Bedeutung der Datenqualität beim Unternehmensverkauf und können bestätigen, dass der Abbau von Informationsasymmetrie die Transaktionssicherheit erhöht und sich positiv auf die Einschätzung des Unternehmenswerts auswirkt. Umfangreiche Unternehmensdaten sind somit ein Mehrwert für alle an der Unternehmenstransaktion Beteiligten.

Wichtige Daten beim Unternehmensverkauf

Unternehmer, die beabsichtigen ihre Firma zu verkaufen, sollten folgende Daten zur Verfügung stehen:

  • Monatliche BWA bis spätestens 30 Tage nach Monatsende
  • Controlling-Report zu jedem Quartal
  • Lohnjournale zu jedem Quartal
  • Jahresabschluss mit separat ausgewiesenen Umsätzen (nicht Rohergebnis!) und Anlagenverzeichnis
  • Erstellung der Jahresabschlüsse bis spätestens zum 31. März des Folgejahres
  • Kunden- und Umsatzstatistik der Top 10 Kunden / Produkte
  • Auflistung aller relevanten Kunden- und Lieferantenverträge

Neben der Vollständigkeit der Daten ist auch die Kontinuität wichtig. Deshalb ist vor einem Firmenverkauf beispielsweise von einer kurzfristigen Änderung der Kontenrahmen abzusehen. Des Weiteren sollten interne Verrechnungen und private Verflechtungen mit dem Unternehmen auf ein Minimum reduziert werden. Das Führen von Absatz- und Vertriebsstatistiken über einen längeren Zeitraum mit einem klaren Schema, hilft externen Kaufinteressenten bei der Unternehmensprüfung.

    • Severin Lutz in einem Beratungsgespräch
  • Unternehmensverkauf

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Wo sind die Daten verfügbar?

Die meisten Steuerberater nutzen Software-Lösungen, welche umfangreiche Statistiken und Exportmöglichkeiten bieten. Controlling-Reports, aus denen die wichtigsten Informationen zu Gewinn und Verlust, Liquidität und Debitoren schnell ersichtlich sind, helfen die Transparenz beim Unternehmensverkauf zu steigern. Diese Daten können per Knopfdruck unkompliziert exportiert werden und sind nahezu kostenfrei beziehbar. Gleiches gilt für Lohnjournale oder Kontennachweise, die elektronisch sofort zur Verfügung stehen.

Zusammenfassung

Gute Qualität und schnelle Verfügbarkeit von Finanzdaten beschleunigen und sichern den Verkaufsprozess. Dies schafft sowohl für den Verkäufer als auch den potenziellen Käufer eines Betriebes eine Win-win-Situation. Für den Investor nämlich sinkt durch eine vollständige Dokumentation das Risiko und für den Inhaber steigt in Folge der der Verkaufserlös.

    • Porträt von Georg Wässa
  • Über den Autor

    Georg Wässa

    Georg Wässa hat über zehn Jahre Erfahrung in den Bereichen M&A, Banking und Immobilienwirtschaft. Seine berufliche Laufbahn führte ihn neben der Tätigkeit bei Banken und Fondsgesellschaften unter anderem auch nach Zürich zum Schweizer Marktführer für Unternehmensnachfolge im Mittelstand.

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