Bei jedem Unternehmenskauf kommt irgendwann die Frage auf, wie der Kaufpreis finanziert werden soll. Die einfachste Variante ist die komplette Summe mit Eigenkapital (privatem Vermögen) zu finanzieren. Insbesondere bei höheren Kaufpreissummen ist dies jedoch schwer zu realisieren und in der Regel unrealistisch. Deshalb spielt in den meisten Fällen die Aufnahme von Fremdkapital eine große Rolle beim Unternehmenskauf. Wirtschaftlich ist der Einsatz von Fremdkapital durch die steuerliche Absetzung der Zinskosten zusätzlich attraktiv. Die dritte Finanzierungsvariante ist Mezzanine-Kapital (wie z.B. offene oder stille Beteiligungen), welches Eigenkapital- und Fremdkapitalcharakter zugleich hat, dafür aber höhere Zinsen als normales Fremdkapital mit sich bringt.

Die Finanzierung des Kaufpreises stellt beim Unternehmenskauf einer der größten Hürden dar und ist einer der Hauptgründe für gescheiterte Unternehmensübernahmen. Aufgrund des vielfältigen Angebots an Krediten und Finanzierungsmöglichkeiten ist eine rechtzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema dringend erforderlich. Der folgende Text soll einen allgemeinen Überblick zu dem Thema Finanzierung beim Unternehmenskauf geben.

1. Maßnahmen zum erfolgreichen Erhalt von Fördermitteln und Krediten

Wichtige Unterlagen für die Beantragung von Fördermitteln, Krediten und Darlehen

Bevor die Finanzierungsmöglichkeiten bei einem Unternehmenskauf thematisiert werden, sollten die wichtigsten Dokumente zur Beantragung von Fördermitteln, Krediten und Darlehen vorliegen. Der Antragsteller sollte unter anderem eine vollständige Vermögensübersicht bei seiner Bank vorlegen. Weiterhin sollten Jahresabschlüsse, betriebliche Auswertungen, historische Daten und auch soweit vorhanden Kundenverträge des zu übernehmenden Unternehmens mit eingereicht werden. Kurzgesagt, alle Unternehmensinformationen, die dabei helfen, das Unternehmen auf seine Zukunftsträchtigkeit zu analysieren.

Darüber hinaus ist auch der eigene Lebenslauf mit dem beruflichen Werdegang ein wichtiger Aspekt. Er zeigt der Bank auf, inwiefern der potentielle Käufer zu dem Unternehmen passt und ob er bereits in der Vergangenheit erfolgreich ein Unternehmen leiten konnte beziehungsweise die Branche kennt.

Erste Entwürfe des Übernahmevertrages und einhergehender Verträge (wie z.B. Miet- und Leasingverträge) helfen der Bank dabei, einen besseren Überblick über das Investment zu erhalten.

Das Herzstück bei der Beantragung eines Kredites bildet der Businessplan (mit Kennzahlen zur geplanten Rentabilität, Margen und dem Gewinn des Unternehmens). Dieser beinhaltet eine Zusammenfassung der Geschäftsidee und welche Maßnahmen unternommen werden, die das Geschäft vorantreiben. Hier ist nicht nur das eigene unternehmerische Know-how auszuführen, sondern auch angestrebte Preise, Marketingstrategien, ein Kapitalbedarfsplan, ein Finanzierungsplan und der Kundennutzen. Der Finanzierungsplan besteht aus den zwei Hauptposten Eigenkapital und Fremdkapital.