Der Eigentümerwechsel ist gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen ein einschneidendes Ereignis für alle Beteiligten. Oft ist der Verkauf eines Unternehmens jedoch der beste Weg, um den erfolgreichen Fortbestand sicherzustellen. Die Gründe für einen Eigentümerwechsel sind vielfältig: Persönliche Gründe des bisherigen Eigentümers (z.B. altersbedingte Nachfolge oder Neu- beziehungsweise Umorientierung) oder unternehmerische Umstände (z.B. Finanzierungserfordernisse, neue Technologien oder Marktzugänge). Oder es ist eine Kombination solcher Entwicklungen. Diese rechtzeitig zu erkennen ist nicht immer einfach für den Unternehmer. Noch schwieriger ist es die Konsequenz zu ziehen, dass ein Eigentümerwechsel und damit ein Unternehmensverkauf erforderlich ist.

Um diese Thematik greifbarer zu machen, gehen wir im Folgenden auf einige Beispiele aus unserer Praxis bei der Nachfolgeberatung beziehungsweise beim Unternehmensverkauf ein.

Fünf vor Zwölf – Ein Unternehmen ist seit Jahren aufgrund hoher Aufwendungen für ein neues Produkt defizitär. Dazu kommt die Überlastung des Inhabers. Der Fortbestand ist akut gefährdet. Der Inhaber erkennt die Problematik und plant einen Verkauf. Eine Zwischenfinanzierung wird sichergestellt und die Strategie so umgestellt, dass wieder profitabel gewirtschaftet werden kann. Mit einem schnellen Verkaufsprozess wird ein neuer Eigentümer gefunden, der das Unternehmen weiterführt.

Überlasteter Geschäftsführer – Der Inhaber hat über viele Jahre erfolgreich sein Beratungsunternehmen aufgebaut, jedoch aufgrund mangelnder Kapazitäten nur wenige Kunden gewonnen. Er ist sich dieser Schwäche bewusst und möchte die Bereiche Projektarbeit, Vertrieb und Management stärken. Mit Hilfe eines strukturierten Verkaufsprozesses wird ein strategischer Partner gefunden und der Geschäftsführer behält eine Position als Abteilungsleiter.

Wohlverdienter Ruhestand – Der Eigentümer eines Ingenieurbüros mit sechs Mitarbeitern sucht altersbedingt einen Nachfolger. Als Käufer wird ein Büro aus einer benachbarten Stadt gefunden. Der Inhaber bleibt mit einem Beratervertrag übergangsweise an Board und die Mitarbeiter haben sichere Arbeitsplätze.

Es kann auch schiefgehen – Ein Unternehmer produziert über viele Jahre mit einem kleinen Team erfolgreich Maschinenkomponenten. Um Kosten zu sparen wird wenig investiert und keine neuen Mitarbeiter eingestellt. Um den Fortbestand zu sichern, wird der Verkauf eingeleitet. Allerdings steht die Pensionierung des Chefs und wichtiger Mitarbeiter innerhalb des laufenden Jahres an. Ohne Know-how-Träger und mit veralteten Maschinen findet sich kein Käufer. Arbeitsplätze gehen verloren und das Unternehmen überlebt nicht. Hier hilft auch kein professioneller Verkaufsprozess.

Über kurz oder lang steht bei jedem Unternehmen ein Eigentümerwechsel an. Dafür ist eine gute Planung und Vorbereitung unerlässlich und es ist wichtig Zeit einzuplanen und sich professionell beraten zu lassen. Die Sicherung eines Unternehmens kann durch neue Eigentümer ermöglicht werden. Voraussetzung dafür ist eine Win-win-Situation für den alten und neuen Eigentümer von der auch die Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten des Unternehmens profitieren. Hierfür hat der Inhaber die Verantwortung und kann so das Vermächtnis seines Lebenswerkes in gute Hände geben.